Davis Cup - Davis Cup: Glückslos Südafrika

Nach einem Glückslos haben die deutschen Tennis-Herren gute Chancen auf den Verbleib in der Davis-Cup-Weltgruppe. Das DTB-Team spielt gegen Südafrika um den Klassenerhalt und hat vom 17. bis 19. September auch noch den Heimvorteil auf seiner Seite. Dies ergab die Auslosung am Dienstag in London.

"Es ist ein annehmbares Los, wobei natürlich überwiegt, dass wir den Heimvorteil haben", sagte Teamchef Patrik Kühnen.

Südafrika besiegt Finnland deutlich

Schlimmer traf es andere große Nationen: Rekordsieger USA kämpft in Kolumbien gegen den Abstieg, die Auswahl der Schweiz muss in Kasachstan antreten. Auch unangenehme Auswärtsspiele in Rumänien, Österreich oder Italien wären für die deutsche Mannschaft möglich gewesen, die den bislang letzten Vergleich gegen Südafrika 2005 in Johannesburg 3:2 gewann. Damals sorgte Rainer Schüttler nach Siegen von Nicolas Kiefer und Thomas Haas allerdings erst im Schlusseinzel für den Einzug in die Relegation, wo dann der Wiederaufstieg gelang. Die Schützlinge von Kühnen verloren im März in der ersten Runde 1:4 in Frankreich und spielen erstmals seit vier Jahren gegen den Abstieg aus der Top- Gruppe der besten 16 Nationen.

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Die Südafrikaner qualifizierten sich am vergangenen Wochenende durch einen 5:0-Heimsieg über Finnland für die Relegation. Dabei sorgte Rik de Voest, der 2006 auf dem Sprung unter die Top 100 der Welt war, mit einem knappen Erfolg über Finnlands Spitzenmann Jarkko Nieminen für den wegweisenden 2:0-Vorsprung. In Wesley Moodie, der 2005 gegen Haas gewann und nur knapp gegen Kiefer verlor, besitzen die Südafrikaner einen Top-Mann im Doppel. Der einstige Wimbledonsieger spielte zuletzt kein Einzel mehr.

Davis Cup - Trotz Beben: Chile steht im Viertelfinale

Als letztes Team hat Chile die Runde der letzten Acht im Davis-Cup erreicht. Nach dem vierten Spiel führen die Chilenen uneinholbar mit 3:1. Fernando Gonzalez bezwang im Spitzenspiel der beiden Topgesetzten Dudi Sela mit 6:4, 6:4, 6:3. Die Partie musste im Vorfeld um einen Tag verschoben werden.

Die chilenischen Tennisspieler haben sich trotz des verheerenden Erdbebens im eigenen Land durchgesetzt. Der Beginn der Begegnung auf den Samstag verschoben worden. Am Ende siegte die Klasse gegen den Aussenseiter aus Israel.

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Im Viertelfinale trifft Chile nun auf Vorjahresfinalist Tschechien, die sich gegen Belgien durchsetzten.

Abstiegsspiel des Davis-Cup-Teams in Stuttgart

Stuttgart (dpa) - Das deutsche Davis-Cup-Team wird am Stuttgarter Weissenhof gegen Südafrika um den Verbleib in der Weltgruppe spielen. Wie der Deutsche Tennis Bund (DTB) weiter mitteilte, wird die Partie vom 17. bis 19. September wie erwartet auf Sand ausgetragen.

Beim ATP-Turnier in der kommenden Woche an gleicher Stelle können sich die deutschen Auswahlkandidaten bereits für das Abstiegsspiel empfehlen. «Für unsere Spieler ist der TC Weissenhof ein bekanntes Umfeld. Sie kennen den Platz und die Anlage. Stuttgart verfügt über ein sehr fachkundiges Publikum», sagte Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen, der auf entsprechende Unterstützung der dortigen Tennis-Fans hofft.

Die deutsche Mannschaft muss nach dem 1:4 in Frankreich Anfang März erstmals seit vier Jahren wieder in die Relegation und hat mit Philipp Kohlschreiber und Andreas Beck zwei starke Sandplatzspieler in ihren Reihen. Wimbledon-Doppelsieger Philipp Petzschner will dagegen erst 2011 ins Team zurückkehren. Er will in diesem Jahr seine Karriere vorantreiben und hatte zudem nicht die Athletenvereinbarung des Verbandes unterzeichnet, die die Dopingkontrollen regelt.

Bester Südafrikaner im Einzel ist derzeit der Weltranglisten-94. Kevin Anderson. Doppel-Spezialist Wesley Moodie, der auch Einzel spielen kann, stand im Wimbledon im Halbfinale. Moodie war auch 2005 beim bislang letzten Vergleich in Johannesburg dabei. Damals siegte das DTB-Team mit Thomas Haas, Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler 3:2 und machte einige Monate später in Tschechien den Aufstieg perfekt.

Davis Cup - Katerstimmung: Ein neuer Star muss her

Nach der 1:4-Erstrunden-Pleite gegen Frankreich im Davis-Cup und dem bitteren Gang in die Abstiegsrunde räumte Kapitän Patrik Kühnen ein, dass sein Personal nicht mehr allerhöchsten internationalen Ansprüchen genügt - wenn es denn überhaupt antritt. Philipp Kohlschreiber sah starke Franzosen.

"Es ist kein Geheimnis, dass uns ein Spieler gut tun würde, der bei Grand-Slam-Turnieren regelmäßig vorn mitspielt", sagte der von Absagen geplagte Kühnen in ungewohnter Deutlichkeit. Zunächst aber müssen Philipp Kohlschreiber und Co. Ende September den Sturz in die Zweitklassigkeit vermeiden. "Das ist eine harte Nuss", warnte Kühnen, der 2003 den Abstieg miterlebte. Der Gegner steht am 11. Mai fest.

Kohlschreiber war in Toulon der Verlierer des Wochenendes, nachdem er bei der knappen Viertelfinal-Niederlage in Spanien im Vorjahr noch überragt hatte. Doch nach dem verpatzten Auftakt gegen Gael Monfils konnte der Weltranglisten-30., der seit 2007 in die Fußstapfen von Thomas Haas zu treten schien, auch im Doppel nicht überzeugen. An der Seite des stärkeren Spezialisten Christopher Kas war nach dem 1:6, 4:6, 6:1, 5:7 gegen Michael Llodra und Julien Benneteau wie schon 2006 die Partie zugunsten der Franzosen entschieden. Damit bleiben DTB-Teams seit 1938 sieglos gegen den Nachbarn.

Starke Franzosen

"Die Franzosen haben alle auf einem sehr hohen Niveau gespielt", sagte Kohlschreiber nüchtern, "wir haben nicht schlecht gespielt." Der Verbandsdirektor des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Klaus Eberhard, nannte den neunmaligen Cup-Sieger sogar "die an diesem Wochenende stärkste Mannschaft der Welt". Das lenkte zwar von den vorhandenen, aber vergebenen deutschen Chancen ab. Doch neben den Top-15-Profis Tsonga und Monfils sowie dem Weltklasse-Doppelspieler Llodra und Benneteau waren noch Trainingspartner Richard Gasquet und der einstige Weltranglisten-Sechste Gilles Simon beim Team dabei. Ohne einen Kohlschreiber in Hochform nützen der deutschen Auswahl im Vergleich dazu selbst elf Spieler unter den besten 100 der Welt wenig - und ein neues Supertalent für den dreimaligen Cup-Sieger ist nicht in Sicht.

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Kohlschreiber war am Sonntag nicht mehr dabei. Neuling Simon Greul profitierte bei seinem Debüt von einer Verletzung des Weltranglisten- Elften Jo-Wilfried Tsonga. Der gut spielende Greul führte 4:6, 6:2, 1:0, als der im Davis Cup bisher unbesiegte Tsonga mit dem rechten Fuß umknickte und aufgeben musste. Danach verlor Benjamin Becker 2:6, 5:7 gegen Benneteau, der Gael Monfils ersetzte. Becker blieb damit auch in seinem vierten Davis-Cup-Einzel sieglos.

Der Teamgeist fehlt

Auch in Sachen Teamgeist eilen die zentralistisch organisierten "Blauen" voraus. "Die Franzosen sind auch auf der Tour eng zusammen. Die meisten haben seit Jahren eine enge Freundschaft", berichtete Kohlschreiber. Die Deutschen seien zerstreuter, zudem stellten Philipp Petzschner, der 2010 nicht im Davis Cup spielen will, Mischa Zverev, Michael Berrer und Florian Mayer ihre Planungen über die Auswahl.

Doch Petzschner fehlt 2010 nicht nur wegen seiner eigenen Turnierplanung - der in Doppel und Einzel einsetzbare Bayreuther hat nach Angaben des Deutschen Tennis Bundes (DTB) erst gar nicht die notwendige Athletenvereinbarung unterschrieben, die der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) vorgelegt werden muss. Seine Gründe dafür sind bisher nicht bekannt. Ob es darüber hinaus Verstöße gegen die Meldepflicht gegeben hat, wollte DTB-Verbandsdirektor Klaus Eberhard nicht kommentieren. Der von Absagen geplagte Teamchef Patrik Kühnen hat Petzschner nach eigenen Angaben nach den Australian Open telefonisch darauf hingewiesen, dass er die Vereinbarung noch nicht unterschrieben hatte. "Dann hat er mir für den Davis Cup abgesagt", erklärte Kühnen am Sonntag nach der Partie in Frankreich.

Andreas Beck fehlte diesmal verletzt. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner machte zuletzt vor dem 2:3 in Tschechien mit dem Verzicht von Sabine Lisicki eine ähnliche Erfahrung wie Kühnen.

Vor allem Berrers Absage ärgerte Eberhard: "Er hätte die Chance gehabt, als Nummer zwei zu spielen. Das passiert nicht so oft im Leben. Wir spielen ja hier kein Trainingsspiel, sondern eine Weltmeisterschaft." Einen Affront der Spieler gegen Teamchef Kühnen schloss Eberhard aus. Wenn jemand nicht wolle, solle man ihm nicht nachlaufen, meinte DTB-Chef Georg von Waldenfels. Doch Kühnen will für die Relegation die bestmögliche Mannschaft aufbieten, wieder alle Kandidaten ansprechen und niemanden hinauswerfen. Auch Kohlschreiber fragte: "Warum sollte man Spieler kategorisch ausschließen?"